
Eine „Ehrenrunde“ für die Zukunft
Sportgymnasium feiert 55. Geburtstag
Leistungsstarker Blick zurück
Neubrandenburg (AK/sfw). Das Jubiläum war schlicht mit „55 Jahre sportbetonte Schulen in Anklam und Neubrandenburg“ überschrieben. Wenn man jedoch in die Runde der Olympiasieger, Welt- und Europameister schaute, die am vergangenen Freitag im Sportgymnasium eben dieses Jubiläum feierte, wusste man schnell, dass es um viel mehr geht, als eine Betonung des Sports. Dies wurde dann auch in den Festreden des Nachmittags deutlich. Basis und Rechtfertigung des heutigen Sportgymnasiums kann nur eine konsequente Hinwendung zum Leistungssport sein, so die einhellige Meinung. Nicht nur Schulleiter Winfried Schneider fand dafür klare Worte, auch Landessportbund-Präsident Wolfgang Remer sendete diesbezüglich deutliche Signale an alle Beteiligten. Hierzu zählte er vor allem die Politik, aber auch Verwaltung und Vereine. Sportminister Lorenz Caffier versprach die Wünsche mit nach Schwerin zu nehmen und auch seinem Kollegen, Bildungsminister Henry Tesch, zu übermitteln. „Wir sind bisher einen guten, wenn auch nicht immer einfachen Weg gegangen“, betonte auch Neubrandenburgs Oberbürgermeister Paul Krüger. Dies sagte er auch in Hinblick auf den langwierigen Prozess beim Schulneubau im Jahre 2005.
In diesem wurde im Rahmen der Jubiläumsfeier auch die so genannte „Ehrenrunde“ – eine Galerie der erfolgreichsten Absolventen der heutigen „Eliteschule des Sports“ – eröffnet. Zuvor gaben die Altschüler gemeinsam mit Trainern und Lehrern der ersten Stunde während drei unterhaltsamer „Talk-Runden“ einen Einblick in vergangene Tage. So berichtete der WM-Dritte von 2009, Kugelstoßer Ralf Bartels, von einem denkwürdigen Einstoßen beim Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“. Anfang der 90er hatte er hierbei Zuschauer und Kampfrichter mit einer Weite überrascht, die außerhalb der erwarteten Norm lag. Neben Bartels gaben Astrid Kumbernuss, Siebenkämpferin Sonja Kesselschläger, Andreas Dittmer und Stefan Uteß Einblicke in ihre olympischen Momente. Auch Sigrun Grau ließ noch einmal ihren Goldlauf von Seoul Revue passieren.
An die Anfänge in Anklam erinnerten Heinz Schütze, Klaus Dittmer und Klaus Baarck. Sie berichteten von einfachen Klassenzimmern und simplen Unterrichtsmaterialien, mit den man damals begann. „Die Bedingungen waren dennoch gut. Training, Schule und auch Freizeit waren perfekt aufeinander abgestimmt“, war man sich einig. Immer wieder unterstrichen die Gesprächspartner auf der Bühne, wie wichtig es sei, Hochleistungssport durch derartige Rahmenbedingungen zu ermöglichen.
Bild1: Mit dem klassischen Bänderschnitt eröffneten die Olympiasieger Andreas Dittmer und Astrid Kumbernuss die „Ehrenrunde“ am Sportgymnasium. Mit dabei Sportminister Lorenz Caffier (2.v.l.) und Oberbürgermeister Paul Krüger (rechts).
Bild2: Bis Mitte der 90er Jahre besuchte Ralf Bartels das Sportgymnasium. Am vergangenen Freitag konnte er sein Portrait in der „Ehrenrunde“ mit einem Autogramm versehen.
Fotos: Silvio Witt


