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Lesenswert: Cheyenne Kuhn gehört zu den talentiertesten Sprinterinnen in Deutschland

Es ist nicht so, dass Cheyenne Kuhn jetzt jeden Tag die Medaille in die Hand nimmt und in Erinnerungen schwelgt. Das bronzene Edelmetall hängt an der Wand, an der auch die vielen anderen Medaillen zu sehen sind, die die Sprinterin vom SC Neubrandenburg in ihrer jungen Karriere bereits geholt hat. Obwohl diese Medaille inzwischen schon einen gewissen Erinnerungswert hat.
Heute vor genau einem Jahr sprintete die 18-Jährige bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der U 20 im heimischen Jahnsportforum auf den dritten Platz. „Die Freude damals war groß, weil ich diese Medaille nicht erwartet hatte“, erzählt sie. Zu holprig und von Verletzungen begleitet waren die Monate zuvor. 7,45 Sekunden benötigte der Schützling von Trainer Alexander Bohr damals für die 60 Meter, nur Antonia Dellert (Wetzlar, 7,43) und Siegerin Talea Prepens (Cloppenburg, 7,43) waren schneller an jenem Nachmittag.
Was Cheyenne Kuhn an diesem 15. Februar 2020 noch nicht wusste – es sollte ihr vorerst letzter Wettkampf werden. Corona übernahm wenigen Wochen nach dem schönen Erfolg bei den nationalen Titelkämpfen die Herrschaft. Bis heute stand die Sportgymnasiastin, die zu den hoffnungsvollsten Sprint-Talenten in Deutschland gehört, bei einem Rennen nicht mehr an der Startlinie.
Die schnelle Dame und ihr Trainer beschweren sich nicht über die Situation. Im Gegenteil. „Klar fehlen mir die Wettkämpfe, da kann ich mich immer besonders pushen. Das alles fehlt natürlich, aber man muss einfach auch sagen. Es gibt momentan Wichtigeres“, erzählt sie. Trainer Alexander Bohr sagt, dass man sich während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 gemeinsam ziemlich schnell beschlossen hatte, erst einmal auf Wettkämpfe zu verzichten: „Schulen und Geschäfte waren zu, Freunde sollte man nicht treffen. Da wollten wir nicht quer durch Deutschland fahren, um Wettkämpfe bestreiten zu können.“ Dass die Coronalage sich im Herbst und Winter nicht bessern würde, damit habe man sich zu diesem Zeitpunkt nicht beschäftigt. „Unsere Hoffnung im Sommer war, dass die Hallensaison stattfinden wird“, sagt der Coach. Das Ergebnis ist bekannt – das Coronavirus diktiert weiterhin das gesellschaftliche Leben, ein Ende des Unnormalen ist nicht abzusehen.

„Ich finde es richtig, wie wir es gemacht haben“, sagt Cheyenne Kuhn. Denn sie nehme das Coronavirus sehr ernst, sei sehr vorsichtig. Mehr noch, die Sprinterin und ihr Trainer geben sich demütig, weil sie trotz der Krise gewisse Privilegien genießen können. Cheyenne Kuhn gehört zum deutschen Bundeskader, durfte und darf daher ohne Einschränkungen trainieren.
Die Situation sei nicht immer einfach – für alle, sagt Alexander Bohr: „Einige Athleten dürfen in die Halle, andere müssen draußen im Schnee laufen.“ Die Coronaverordnungen seien nicht immer zu verstehen.
Beide hoffen, dass möglichst schnell wieder alle in der Trainingsgruppe auf der Tartanbahn stehen dürfen. Und dass sie bald wieder gemeinsam zu Wettkämpfen reisen können. Cheyenne Kuhn hat ihren Saisoneinstieg am 1. Mai geplant, dann steht in Rostock traditionell die Bahneröffnung an. In der Hansestadt will die SCN-Sportlerin das erste Mal seit mehr als einem Jahr wieder ein Rennen bestreiten, auch in der Hoffnung, dass es eine halbwegs normale Saison wird.
Genau ein Jahr ohne Wettkampf – wie lange Cheyenne Kuhn momentan für einen 60-Meter-Sprint benötigen würde, weiß sie nicht. Sie lacht herzhaft und sagt, dass sie aber wohl weniger benötigen würde als 7,45 Sekunden.

Quelle: Nordkurier

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